Institut für Straßen- und Eisenbahnwesen

Erfahrungsbericht XXII. Weltstraßenkongress 2004 Durban/Südafrika von Dr.-Ing. Matthias Zimmermann

Eines der satzungsmäßigen Ziele der Otto-Ammann-Stiftung ist die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses auch auf internationaler Ebene. Als ein Beispiel dafür mag die Finanzierung meiner Teilnahme am XXII. Weltstraßenkongress im Oktober 2003 in Durban/Südafrika stehen. In meinem Fall sind mehrere Aspekte anzuführen, die wohl eine Förderungswürdigkeit ausgemacht haben:

Zu allererst ist die Teilnahme an diesem im vierjährigen Rhythmus stattfindenden Kongress für jeden jungen Wissenschaftler eine große Chance zum Hineinschnuppern in die internationale Welt der PIARC (World Road Association) und gleichzeitig eine Gelegenheit, die sich nicht allzu häufig bietet.

Ein weiterer Aspekt, der einen Nutzen sowohl auf persönlicher Ebene als auch für das Institut ausgemacht hat, ist meine Einbindung in europäische Forschungsaktivitäten, die es mit sich gebracht haben, auch auf dem Weltstraßenkongress bekannte Gesichter wieder getroffen zu haben. Auf bestehenden Kontakten aufzubauen ist eben deutlich einfacher und nutzbringender als ein Neuaufbau, was sich auch in Durban gezeigt hat.

Schlussendlich gab die Möglichkeit, dass Prof. Roos und ich die im Zusammenhang mit meiner Dissertation entwickelten quantitativen Methoden zur Beurteilung räumlicher Linienführung und deren Nutzbarkeit für die Gestaltung sichererer Straßen im Rahmen einer special session "Innovation for Road Safety" des Committee C13 (Road Safety) vorstellen konnten, den Ausschlag meinerseits, die Gelegenheit zu einer Teilnahme an diesem Weltstraßenkongress zu nutzen. Reaktionen im Anschluss an die Präsentation zeigten, dass die Thematik auch international von Interesse ist.

Eine neue Erfahrung war auch, dass die weltweite Ausrichtung der PIARC und somit auch der Vortragenden eine Vielfalt an Problemstellungen in einen solchen Kongress einbringt, die uns klarmacht, wie verwöhnt wir mit unserem hochentwickelten Straßensystem bei allen aus unserer Sicht damit zusammen­hängenden Frage- und Problemstellungen sind.

Zu den vielfältigen positiven Eindrücken gehört auch, dass es vermutlich kaum eine bessere Gelegenheit gibt, auf engem Raum eine solche Vielzahl an nationalen Persönlichkeiten des Straßenwesens in gleichzeitig sehr angenehmer Atmosphäre anzutreffen. Daher überwiegen bei den aus dieser Reise gewonnenen persönlichen und natürlich auch für das Institut nutzbaren Kontakten sogar die nationalen.

Die Reise zum XXII. Weltstraßenkongress war wie geschildert fachlich induziert, jedoch war natürlich auch das Kongressumfeld Bestandteil dieser Reise. Auch wenn die Eindrücke bei einer touristischen Reiseverlängerung noch größer gewesen wären, so waren die kurzen Gelegenheiten, sich sowohl in Durban als auch im Umland außerhalb der Kongresswelt zu bewegen, sehr anregend. Dies gilt gleichermaßen für die phantastische Natur-, Tier- und Pflanzenwelt wie auch für die Wahrnehmung der in Südafrika auch im aktuellen System anzutreffenden sozialen Stufen und den daraus resultierenden gesellschaftlichen Problemen.

In jedem Fall ist es zu empfehlen, die Gelegenheit zu einer Teilnahme am Weltstraßenkongress wahrzunehmen, auch wenn bei der nächsten Gastgeberstadt Paris (2007) das exotische Flair etwas geringer ausfällt.

Den Personen, die im Stiftungsrat der Otto-Ammann-Stiftung durch ihre Entscheidung für die Förderung meiner Reise zu diesem Erlebnis beigetragen haben, sei auf diesem Wege nochmals herzlichst gedankt.